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YouTube Music und Premium

YouTube Music und Premium

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Es hat lange gedauert. Google plant bereits seit geraumer Zeit seinen eigenen Musik-Abo-Dienst zu überarbeiten. Neben einem eigenen Streamingdienst hat der Konzern mit YouTube natürlich ein weiteres, sehr interessantes, Angebot im Portfolio. Mit YouTube Music und YouTube Premium bietet der Konzern jetzt neue Abos im europäischen Raum an.

Gleich vorneweg: Die beiden hier vorgestellten Dienste gibt es leider nach wie vor nich in der Schweiz. Dieses Mal dürfen sich die deutschen und österreichischen Leser freuen.

YouTube Music und Premium

YouTube Music
YouTube Music
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Die neuen Dienste sollen künftig YouTube Red, das bisher nur in den USA erhältlich war, und Play Music ersetzen. Der erste Dienst brachte den Zugriff auf sogenannte YouTube Originals, ebenso wurde YouTube damit werbefrei. Play Music hingegen war ein klassischer Streamingdienst, der vor allem durch die einfache Integration in Google Hardware punktete. Das neue Angebot bündelt die beiden Produkte unter der bekannten Marke YouTube.

YouTube Music

Der Dienst wird in drei unterschiedlichen Preisstufen angeboten. Los geht es mit einer Basis-Variante, diese wird kostenlos angeboten. Ähnlich wie bei Spotify wird die Musikwiedergabe dabei regelmässig mit Werbung unterbrochen. Im Rahmen der Vorstellung betonte Lyor Cohen, der Global Head of Music, dass dieser Punkt Google besonders wichtig sei. Viele Menschen können sich kein Abo leisten – Google wolle sie nicht von dem Zugang zu Musik abschneiden.

Für 9,99 Euro gibt es dann werbefreien Zugriff, dazu fallen einige technische Einschränkungen weg. Der Dienst kann auf dem Smartphone auch im Hintergrund genutzt werden (ansonsten muss die App immer im Vordergrund sein), Musik kann offline gespeichert werden und bei Videos kann die Videowiedergabe unterbunden werden. Dazu kommt das Familienabo für bis zu sechs Personen für 14,99 Euro. Im Hinblick auf die Preise und den damit verbundenen Umfang zieht Google damit genau mit der Konkurrenz von Spotify, Apple oder Amazon gleich.

YouTube Premium

Der Premium Dienst kann separat abgeschlossen werden, ist letztlich aber nichts anderes als ein Addon. Für 11,99 Euro im Monat gibt es alle Funktionen von YouTube Music. Dazu wird YouTube allerdings auch Werbefrei, ebenfalls können Videos heruntergeladen werden. Ebenso gibt es Zugriff auf die YouTube Originals, eigene Serien die ausschließlich für YouTube produziert wurden. Hier hat Google klar den letzten Platz was Eigenproduktionen betrifft. Aktuell steht hier nur Cobra Kai, Impulse und F2 Finding Football verfügbar. Auch hier gibt es ein Familienabo, es kostet 17,99 je Monat.

Eckdaten

Beide Dienste stehen seit kurzem in Deutschland, Österreich, den USA, Australien, Neuseeland, Mexiko, Südkorea, Kanada, Großbritannien, Finland, Irland, Italien, Norwegen, Russland, Spanien und Schweden verfügbar. Die Abos für YouTube Music Premium bzw. YouTube Premium können jeweils über die entsprechenden Apps oder Web gebucht werden, der Testzeitraum läuft drei Monate. In den passenden Apps kann das Abo mitunter teurer sein. Aktuell gibt es Apps für iOS und Android, auf allen anderen Systemen muss auf die Webvariante zurück gegriffen werden. Ob, und wenn ja wann, ein Start in der Schweiz erfolgt ist bisher unklar.

YouTube Music
YouTube Music
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

YouTube Premium ausprobiert

Natürlich haben wir gleich unser Probeabo ausgenutzt und den Dienst für euch ausprobiert. Auf den ersten Blick ist er allen anderen Angeboten in diesem Bereich ebenbürtig, bietet dann aber doch praktische Vorteile. Top ist die werbefreie Nutzung von Youtube. Dazu kommt die Nutzung des kompletten YouTube Katalogs – und zwar ohne dass das Video auch genutzt werden muss. Viel Musik steht nur auf diesem Kanal zur Verfügung, das gilt vor allem für Live Mitschnitte. Sie liegen damit auch in keinem anderen Streaming Dienst zum Download vor – mit YouTube Premium ändert sich das aber. Dank Google kann der Dienst auch auf anderer Hardware einfach und unkompliziert eingebunden werden, das gilt vor allem für Android und Google Home Hardware.

In Sachen Apps gibt es zwar noch Aufholbedarf, aber auch einige praktische Alleinstellungsmerkmale. Positiv fällt mir der Offline-Mix auf. Hier lädt die Anwendung potentiell interessante Musik für eine Offline Wiedergabe automatisch herunter. Wichtig dabei: Der Algorithmus für Vorschläge – und hier liefert YouTube Premium für mich bisher die absolut besten Ergebnisse, knapp vor Spotify. Leider gibt es keinerlei Desktop-Anwendungen, ich hoffe hier rüstet Google noch nach. Immerhin gibt es einen funktionalen Webplayer – etwas was es bis heute nicht bei Apple gibt (Und den Dienst für viele damit disqualifiziert).

Eine schlechte Nachricht zum Schluss: Sofern ihr eure eigene Musik dem Dienst hinzu fügen wollt müsst ihr euch leider gedulden. Dieses Feature soll noch angeboten werden, ein klares Plus im Vergleich zur Konkurrenz, wird aber erst ausgerollt. Damit stellt Google letztlich auch Feature-Parität mit Play Music her, sobald diese erreicht ist soll der alte Dienst deaktiviert werden. Alte Play-Abos werden automatisch umgewandelt.

YouTube lernt streamen

Mit Music und Premium bietet Google, unter der bekannten Marke YouTube, zwei interessante Bundles im Vergleich zu bisherigen Lösungen an. Hat es noch einen Streaming Dienst gebraucht? Grundsätzlich würde ich diese Frage mit Nein beantworten – es sei denn es gibt Alleinstellungsmerkmale – und diese kann YouTube Music meiner Meinung nach tatsächlich bieten. Die Starke Verzahnung mit dem Videoportal bringt einen umfangreichen Katalog an Medien, zusätzlich ist die werbefreie des Services ein enormer Vorteil. In Sachen Apps und Services gibt es noch etwas Aufholbedarf, das was bisher geboten wird funktioniert aber ausgesprochen gut.

 

Martin @pokipsie Rechsteiner Familienvater, Gadget-verrückter/süchtiger, Podcaster, Blogger, Youtuber. Liebt LEGO, Cloud, Coaching

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