Blip App im Test: Die ultimative Airdrop-Alternative für Windows, Android und Mac?

Wir alle kennen und lieben Airdrop. Es ist schnell, zuverlässig und fühlt sich fast magisch an, solange man sich strikt innerhalb der Apple-Welt bewegt. Doch sobald ein Android-Smartphone oder ein Windows-Rechner ins Spiel kommt, hört die Magie abrupt auf.

In meinem neuesten Video (und diesem Beitrag) zeige ich dir eine Lösung, die genau diese Lücke schliesst: die Blip App. Warum ich sie nutze, wie sie im Vergleich zu Cloud-Diensten abschneidet und warum sie besonders für Fotografen mit verschiedenen Geräten ein Gamechanger sein kann, erfährst du hier.


Das Problem: Wenn das Ökosystem zur Sackgasse wird

Stell dir vor, du hast ein tolles Foto auf deinem iPhone und möchtest es auf dein MacBook schicken. Ein Klick auf Airdrop, das MacBook ploppt kurz auf, und zack, die Datei ist da. Das funktioniert meistens hervorragend, auch wenn es bei sehr grossen Dateien manchmal etwas hakt.

Aber was ist, wenn du wie ich ein Google Pixel 9 Pro XL oder ein Samsung Galaxy S23 nutzt? Google hat zwar mit dem Pixel 10 (oder durch Kooperationen) eigene Lösungen am Start, aber eine universelle Brücke zum Mac oder zu Windows-Rechnern fehlte bisher oft. Hier kommt Blip ins Spiel.

Was ist die Blip App?

Blip ist eine plattformübergreifende Software, die den Datentransfer zwischen Geräten so einfach macht, wie wir es von Airdrop gewohnt sind. Das Besondere: Blip ist nicht auf ein Betriebssystem festgelegt.

Die unterstützten Plattformen:

  • macOS (Intel & Apple Silicon wie M1/M3)
  • Windows
  • iOS (iPhone & iPad)
  • Android
  • Linux (aktuell in Arbeit, man kann sich für die Beta eintragen)

Das Ziel von Blip ist es, eine „Any-to-Any“-Verbindung herzustellen. Egal ob vom iPad auf den Windows-PC oder vom Android-Handy auf den Mac, die Barrieren fallen.


So funktioniert der Workflow mit Blip

Die Einrichtung ist denkbar simpel. Du installierst die App auf den Geräten, zwischen denen du Daten austauschen möchtest.

1. Die Anmeldung

Du meldest dich einmalig mit deiner E-Mail-Adresse an. Das dient dazu, dass sich deine Geräte im Netzwerk (oder auch über das Internet) gegenseitig erkennen. Sobald du eingeloggt bist, erscheinen deine anderen aktiven Geräte in einer Liste.

2. Der Dateiversand am Desktop

Am Mac oder Windows-PC ist Blip meist als kleines Icon in der Menüleiste präsent. Du kannst eine Datei (zum Beispiel ein Foto aus dem Finder) einfach per Drag & Drop auf das Icon oder direkt auf das Zielgerät in der App ziehen.

3. Der Empfang am Mobilgerät

Auf dem Smartphone (z. B. meinem Pixel 9) öffnest du die App und siehst sofort, dass eine Datei wartet. Ein kurzes Tippen, und das Foto landet in deiner Galerie oder deinem Download-Ordner.

Pro-Tipp: In den Einstellungen kannst du „Auto-Accept“ aktivieren. Dann werden Dateien von deinen eigenen, vertrauenswürdigen Geräten sofort ohne Bestätigung empfangen. Aber Vorsicht: Ich persönlich lasse das lieber deaktiviert, um volle Kontrolle darüber zu behalten, was auf meine Geräte „geschmuggelt“ wird.


Sicherheit und Technik: Ist Blip „koscher“?

Ein wichtiger Punkt bei solchen Tools ist immer die Sicherheit. Blip gibt an, dass die Übertragung mittels TLS 1.3 verschlüsselt erfolgt. Das ist ein moderner, sehr sicherer Standard.

Lokal vs. Internet

Blip funktioniert am besten, wenn sich beide Geräte im gleichen WLAN befinden. Dann erfolgt die Übertragung lokal und rasend schnell. Aber: Die App ermöglicht auch den Versand über das Internet, wenn du die E-Mail-Adresse eines Kollegen hast, der Blip ebenfalls nutzt.

Meine Einschätzung zur Cloud-Nutzung: Ich bin ehrlich zu euch: Für den Versand über das offene Internet bin ich bei neuen Apps immer etwas vorsichtig. Ich nutze Blip primär als lokales Werkzeug, um meine Android-Fotos schnell auf den Mac zu bekommen. Wenn ich wirklich grosse Datenmengen (bis 50 GB) sicher über das Netz teilen muss, greife ich lieber zu einem Schweizer Dienst wie SwissTransfer von Infomaniak. Das ist für mich eine Frage des Vertrauens und der Serverstandorte.


Kostenlose Nutzung vs. Business-Modell

Für Privatpersonen, Studenten oder Non-Profit-Organisationen ist Blip in der Community-Version aktuell kostenlos. Hier hast du eine nicht-kommerzielle Lizenz und „Standard-Speed“.

Wer Blip professionell im Unternehmen nutzen möchte, zahlt etwa USD 10.- pro Monat. Dafür gibt es:

  • Kommerzielle Nutzungslizenz
  • Priorisierten Speed (besonders bei grossen Dateien bemerkbar)
  • Direkten Support durch die Entwickler

Für den Hobby-Einsatz reicht die kostenlose Version jedoch völlig aus.


Einstellungen und Individualisierung

In der App gibt es ein kleines Zahnrädchen für die Settings. Hier kannst du Blip nach deinen Wünschen anpassen:

  • Autostart: Du kannst festlegen, ob die App mit dem System startet. Ich schalte das meist aus, um Ressourcen zu sparen, und starte sie nur bei Bedarf.
  • Sounds: Möchtest du ein akustisches Signal, wenn eine Datei ankommt?
  • Speicherort: Du kannst genau definieren, in welchem Ordner die empfangenen Dateien landen sollen (Standard ist meist der Downloads-Ordner).
  • Gerätenamen: Ganz wichtig! In der App werden Geräte oft mit kryptischen Namen angezeigt. Du kannst sie aber ganz einfach umbenennen, zum Beispiel in „Mein Pixel 9 Pro XL“ oder „Mac Mini“, damit du immer weisst, wohin du sendest.

Warum Blip für mich als Android & Apple User ideal ist

Ich fotografiere sehr viel. Einerseits mit meinem iPhone, aber eben auch extrem gerne mit dem Google Pixel 9 oder dem Samsung Galaxy S23. Die Kameras dieser Geräte sind fantastisch.

Das Problem war oft der Weg der Bilder:

  1. Warten, bis die Google Fotos App alles in die Cloud geladen hat.
  2. Am Mac den Browser öffnen, Google Fotos aufrufen und das Bild herunterladen.
  3. Oder mühsam per Kabel übertragen.

Mit Blip entfällt das. Ich mache ein Foto, öffne die Blip App auf dem Android-Handy, wähle den Mac als Ziel und Sekunden später ist das Bild in voller Auflösung auf meinem Rechner. Das spart Zeit und Nerven.


Fazit: Eine einfache Lösung für ein nerviges Problem

Die Blip App ist eine wirklich simple und effektive Software. Sie versucht nicht, das Rad neu zu erfinden, sondern löst ein ganz spezifisches Problem: den Datentransfer über Systemgrenzen hinweg.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Extrem flexibel: Läuft auf fast allem, was einen Bildschirm hat.
  • Schnell: Lokale Übertragungen nutzen die volle WLAN-Geschwindigkeit.
  • Einfach: Keine komplizierte Konfiguration nötig.

Ein kleiner Vorbehalt: Wie bei jeder Software, die Daten überträgt, muss man dem Entwickler vertrauen, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hält, was sie verspricht. Sollte ich hierzu neue Informationen erhalten oder sollte sich herausstellen, dass etwas nicht „koscher“ ist, werde ich das sofort in den Kommentaren oder im Video-Titel ergänzen.

Hast du Blip schon ausprobiert? Oder nutzt du eine andere Lösung, um deine Android-Fotos auf den Mac zu bringen? Schreib es mir gerne in die Kommentare oder kontaktiere mich über Social Media!

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