hohem iSteady M7 Test: Warum dieser Gimbal selbst mich als Konsumopfer überzeugt hat

Ich muss eine Beichte ablegen: Ich bin ein Konsumopfer. Zumindest, wenn es um Kamerazubehör geht. In meinem Gadget-Regal haben sich über die Jahre nicht weniger als sieben Gimbals angesammelt. Sieben! Vom kompakten DJI Osmo Pocket bis zu grösseren Modellen. Mein fester Vorsatz war daher: Es kommt kein achter Gimbal mehr ins Haus. Ich nutze sie ohnehin viel zu selten. Tja, und dann kam der hohem iSteady M7und hat all meine guten Vorsätze über den Haufen geworfen.

Mein Name ist Martin Rechsteiner, und in diesem Beitrag nehme ich dich mit auf eine Reise durch ein Unboxing und einen ersten, intensiven Test. Ich zeige dir, warum dieses eine Gerät es geschafft hat, mich trotz meiner Vorerfahrungen und meiner Skepsis neugierig zu machen. Es sind vor allem zwei revolutionäre Features, die mich getriggert haben: Ein intelligentes AI-Tracking, das komplett ohne App funktioniert, und eine abnehmbare Fernbedienung mit integriertem Display.

Ist das nur cleveres Marketing oder steckt hier eine echte Revolution für Content Creator drin? Begleite mich, während ich herausfinde, ob der iSteady M7 das Potenzial zum täglichen Begleiter hat oder ob er doch nur ein weiteres Staubfänger-Gadget in meiner Sammlung wird.

Unboxing und erster Eindruck – Mehr als nur Standard

Schon die Verpackung macht klar, dass hohem hier nicht kleckert, sondern klotzt. Der Gimbal kommt in einem überraschend grossen, aber sehr robusten Hard-Shell-Case. Der Reissverschluss ist von guter Qualität und der Zipper liegt gut in der Hand. Im Inneren ist alles passgenau und sicher in Schaumstoff gebettet.

Was befindet sich im Lieferumfang?

  • Der hohem iSteady M7 Gimbal selbst
  • Ein magnetisches, abnehmbares AI-Tracking-Modul mit integriertem Fülllicht
  • Eine abnehmbare Display-Fernbedienung
  • Ein stabiles Tripod (Dreibeinstativ)
  • Ein USB-C auf USB-C Spiralkabel zum Laden des Smartphones
  • Ein USB-A auf USB-C Kabel zum Laden des Gimbals
  • Die üblichen Anleitungen

Mein erster Griff geht zum Gimbal selbst. Das Finish ist edel, mit glänzenden Akzenten an den Kanten. Er fühlt sich wertig an. Der Griff ist nicht aus Silikon, sondern einem anderen, sehr angenehmen Kunststoffmaterial, das festen Halt bietet.

Das mitgelieferte Tripod ist aus einem soliden Kunststoff gefertigt. Es ist zwar wertig, aber eine kleine Kritik habe ich: Die Füsse sind aus Hartgummi und nicht aus weicherem Silikon. Auf meinem glatten Schreibtisch bieten sie daher nicht den rutschfesten Halt, den ich mir gewünscht hätte. Ein kleines Detail, aber im Alltag kann das den Unterschied machen.

Das Herzstück: Design und geniale Kernfunktionen

Was mir sofort positiv auffällt, sind die mechanischen Sperren für jede Achse. Wer ältere Gimbals kennt, weiss, wie die Motoren im ausgeschalteten Zustand lose herumwackeln. Das ist nicht nur nervig beim Transport, sondern potenziell auch schädlich für die Motoren. Hohem hat hier mitgedacht: An jeder der drei Achsen befindet sich ein kleiner Schalter, der den Motor blockiert. So ist der Gimbal im zusammengeklappten Zustand bombenfest und sicher im Rucksack verstaut. Vor der Nutzung löst man die drei Sperren und die Motoren sind frei beweglich. Genial einfach, einfach genial.

Die Smartphone-Halterung ist gummiert und hält das Telefon sicher fest. Sie ist verstellbar, um Smartphones unterschiedlicher Grösse und unterschiedlichen Gewichts – von einem kleinen Google Pixel bis zu einem grossen iPhone – perfekt auszubalancieren. Eine eingravierte Skala hilft dabei, sich die richtige Position für sein Smartphone zu merken. Das spart beim nächsten Einsatz wertvolle Zeit. Der Verstellmechanismus hat für meinen Geschmack einen Hauch zu viel Spiel, aber sobald er arretiert ist, sitzt alles fest und wackelfrei.

An der Seite befindet sich ein grosses, geripptes Einstellrad (Wheel), das sich unglaublich gut anfühlt. Es läuft butterweich, bietet aber genug Widerstand für präzise Einstellungen. Hinzu kommen diverse Knöpfe, ein Trigger an der Vorderseite und mehrere ¼-Zoll-Gewinde, um zusätzliches Zubehör wie Mikrofone oder Lichter anzubringen. Der Gimbal ist für eine Last von bis zu 500 Gramm ausgelegt, was für die meisten Smartphone-Setups mehr als ausreichend sein sollte.

Die Revolution: App-unabhängiges AI-Tracking mit Fülllicht

Jetzt kommen wir zum ersten «Game Changer»: dem magnetischen AI-Tracking-Modul. Dieses kleine Wunderwerk der Technik wird oben auf den Gimbal geklickt, wo es magnetisch hält und zusätzlich durch eine kleine Arretierung gesichert wird.

In diesem Modul steckt nicht nur eine kleine Kamera für das Tracking, sondern auch ein eigener AI-Prozessor. Und genau das ist die Revolution: Bisherige Gimbals von DJI und Co. konnten AI-Tracking nur innerhalb ihrer eigenen, proprietären App anbieten. Der hohem iSteady M7 macht das Tracking systemweit verfügbar!

hohem iSteady M7 Gimbal
hohem iSteady M7 Gimbal

Das bedeutet, ich kann die native Kamera-App meines Smartphones nutzen, kann eine Story in Instagram aufnehmen oder einen Livestream auf Facebook starten – das intelligente Tracking folgt mir immer. Ich aktiviere es mit einer einfachen Geste (z.B. das „OK“-Zeichen) und der Gimbal richtet sich automatisch auf mich aus. Eine weitere Geste (flache Hand) stoppt das Tracking wieder. Diese Freiheit ist ein unglaublicher Vorteil für jeden, der schnell und unkompliziert in verschiedenen Apps Content produzieren will.

Doch das Modul kann noch mehr. Es ist gleichzeitig ein leistungsstarkes Fülllicht. Und auch hier hat hohem weitergedacht als die Konkurrenz:

  1. Einstellbare Farbtemperatur: Ich kann die Kelvin-Zahl von warmen 2700K bis zu gleissend hellen 6000K stufenlos regeln und so das Licht perfekt an die Umgebung anpassen.
  2. RGB-Modus: Wer es kreativ mag, kann in den RGB-Modus wechseln und jede erdenkliche Farbe einstellen.

Das Beste daran? Das Modul ist drehbar. Ich kann es nach vorne für Selfies oder nach hinten für Aufnahmen mit der Hauptkamera ausrichten.

Die Kommandozentrale: Die abnehmbare Display-Fernbedienung

Als wäre das AI-Modul nicht schon genug, legt hohem mit der Fernbedienung noch einen drauf. Dieses kleine Teil wird unterhalb des Joysticks in den Griff eingeschoben und über Pogo-Pins verbunden. Es ist kein Magnet, hält aber sicher.

Das absolute Highlight: Es ist nicht nur eine Fernbedienung, es ist eine Fernbedienung mit Live-Vorschaubild! Es streamt das Bild der AI-Kamera direkt auf das kleine, aber scharfe Display. Damit sehe ich immer, was der Gimbal „sieht“, und kann meine Komposition überprüfen, selbst wenn ich mich mehrere Meter vom Gimbal entferne. Hohem gibt eine Reichweite von 10 Metern an, bei freier Sicht kommt man sogar noch etwas weiter.

Über die Fernbedienung kann ich quasi alles steuern:

  • Mit dem 360°-Joystick bewege ich den Gimbal.
  • Mit einer Wippe kann ich (in der hohem-App) zoomen.
  • Ich kann die Aufnahme starten und stoppen.
  • Ich kann durch die Menüs navigieren und Modi wechseln.

Die Fernbedienung hat einen eigenen Akku und kann sogar separat via USB-C geladen werden. Man kann also auch mal nur mit der kleinen Remote in der Hand das Setup aus der Ferne steuern.

Bedienung und Modi – Ein Kraftpaket mit Lernkurve

So viele Features bedeuten zwangsläufig auch eine komplexe Bedienung. Der iSteady M7 ist kein Gerät, das man auspackt und sofort intuitiv beherrscht. Man muss sich Zeit nehmen und die unzähligen Knopfkombinationen lernen. Hier eine Übersicht der wichtigsten Befehle:

Ein-/Ausschaltknopf:

  • 1x drücken: Akkustand anzeigen (im ausgeschalteten Zustand)
  • 2x drücken: Standby-Modus (Schlafmodus)
  • 3 Sek. halten: Ein-/Ausschalten
  • 5x drücken: Automatische Kalibrierung starten

Trigger-Knopf (vorne):

  • 1x drücken: Tracking starten/stoppen
  • 2x drücken: Gimbal zentrieren
  • 3x drücken: 180°-Drehung (Selfie-Modus)
  • 4x drücken: Motorposition für Weitwinkel-Aufnahmen wechseln (verhindert, dass der Motor im Bild ist)

Auch die Fernbedienung ist vollgepackt mit Doppel-, Dreifach- und sogar Siebenfach-Klickfunktionen, um Bluetooth zu koppeln oder zu trennen. Es ist beeindruckend, was alles möglich ist, aber es erfordert Übung.

Die Folgmodi sind ebenfalls vielfältig:

  • PF (Pan Follow): Schwenkt nach links/rechts, Neigung bleibt gesperrt.
  • PTF (Pan & Tilt Follow): Schwenkt und neigt, Drehung bleibt gesperrt.
  • L (Lock): Alle Achsen sind gesperrt, das Smartphone zeigt stur in eine Richtung.
  • POV (Point of View): Alle Achsen sind frei, für dynamische, actionreiche Aufnahmen.

Zusätzlich gibt es Kreativ-Szenarien wie Panorama, Timelapse oder den wilden 360°-Rotationsmodus („Inception“).

Smarte Details und kleine Tücken

Ein witziges Detail ist das mitgelieferte USB-C-Spiralkabel. Ein Ende ist grau, das andere schwarz. Je nachdem, wie herum man es einsteckt, lädt man entweder das Smartphone über den Gimbal-Akku oder man kann über das Kabel Firmware-Updates aufspielen. So wird der Gimbal zur praktischen Powerbank für unterwegs – ein cleverer Zweitnutzen.

Bei all dem Lob gibt es aber auch kleine Kritikpunkte. Während meines Tests ist die Android-App einmal kurz eingefroren. Ein Neustart hat das Problem behoben, aber es zeigt, dass die Software bei so vielen Funktionen anfällig sein kann. Die Komplexität ist Segen und Fluch zugleich.

Fazit: Für wen ist der hohem iSteady M7 der richtige Gimbal?

Nach meinem ersten intensiven Test bin ich ehrlich beeindruckt. Der hohem iSteady M7 ist kein gewöhnlicher Gimbal. Er ist ein Schweizer Taschenmesser für moderne Content Creator.

Die grössten Stärken

  • App-unabhängiges AI-Tracking: Ein absoluter Game Changer, der maximale Flexibilität bietet.
  • Display-Fernbedienung: Volle Kontrolle und Bildvorschau aus der Ferne ist ein unschätzbarer Vorteil.
  • Hervorragende Verarbeitung und durchdachte Details: Die Achsen-Sperren sind genial.
  • Integriertes, vielseitiges Licht: Spart ein zusätzliches Gerät.
  • Enormer Funktionsumfang: Bietet kreative Möglichkeiten ohne Ende.

Die grösste Schwäche

  • Die Komplexität: Die steile Lernkurve könnte Anfänger abschrecken. Man muss bereit sein, sich mit dem Gerät auseinanderzusetzen.

Der hohem iSteady M7 ist kein Gimbal für Leute, die eine simple «Plug-and-Play»-Lösung suchen. Er ist ein Power-Tool für Vlogger, Streamer und Social-Media-Profis, die die einzigartigen Features zu schätzen wissen und bereit sind, die Einarbeitungszeit zu investieren. Er löst echte Probleme, die bisherige Gimbals hatten, und setzt in Sachen Funktionalität neue Massstäbe.

Wird er bei mir im Einsatz bleiben? Ich bin optimistischer als bei all seinen Vorgängern. Das Potenzial, meinen Workflow wirklich zu verbessern, ist definitiv da.

Was meinst du? Ist der hohem iSteady M7 ein überladenes Spielzeug oder die Zukunft der Smartphone-Videografie? Schreib mir deine Meinung in die Kommentare! Und wenn du das alles in Aktion sehen willst, schau dir mein YouTube-Video dazu.

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