Es ist so weit: Langsam aber sicher lichtet sich der Nebel im neuen IKEA Smart Home Sortiment. Nachdem wir uns in den letzten Wochen intensiv mit den neuen Fernbedienungen und Sensoren beschäftigt haben, kommen wir nun zum Herzstück eines jeden vernetzten Zuhauses, dem Licht. IKEA hat unter dem Namen KAJPLATS neue LED-Leuchtmittel vorgestellt, die eine kleine Revolution einläuten. Warum? Weil sie den alten Zigbee-Standard hinter sich lassen und voll auf Matter setzen.
In diesem Beitrag schauen wir uns zwei Modelle der KAJPLATS-Serie genauer an: Die kompakte E27-Birne mit 470 Lumen und das grosse, transparente Filament-Modell mit 806 Lumen.
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Der erste Eindruck: Leichtgewichte mit Power
Wer schon länger im IKEA-Ökosystem unterwegs ist, kennt die alten Tradfri-Birnen. Beim Auspacken der neuen KAJPLATS-Modelle fällt sofort eines auf: das Gewicht. Die neuen Leuchtmittel sind im Vergleich zu ihren Vorgängern extrem leicht. Das wirkt im ersten Moment vielleicht weniger „massiv“, ist aber technisch ein Zeichen für effizientere Bauteile.
Die zwei Testkandidaten im Detail:
- KAJPLATS 470 Lumen:
Eine klassische E27-Birne mit milchigem Deckel. Sie sorgt für ein sehr gleichmäßiges, weiches Licht und eignet sich perfekt für Lampen, bei denen das Leuchtmittel hinter einem Schirm verschwindet. - KAJPLATS 806 Lumen (Filament):
Diese Birne ist ein echter Hingucker. Sie ist transparent, sodass man die einzelnen LED-Stäbe im Inneren sehen kann. Mit 806 Lumen ist sie deutlich heller, aber Vorsicht beim Einbau: Die Oberfläche ist extrem anfällig für Fingerabdrücke. Wer hier kein poliertes Finish mit unschönen Schlieren möchte, sollte beim Einschrauben am besten Handschuhe tragen.
Matter-Integration: Einrichten in Rekordzeit
Der grösste Pluspunkt der neuen Generation ist die Unterstützung von Matter. Für dich als Nutzer bedeutet das: Die Einrichtung ist so einfach wie nie zuvor.
Schritt-für-Schritt-Installation
In meinem Test habe ich die 470-Lumen-Birne direkt in Apple Home integriert. Der Vorgang ist denkbar simpel:
- QR-Code finden: Der Matter-Code befindet sich sowohl in der Bedienungsanleitung als auch direkt auf der Birne selbst. Das ist vorbildlich gelöst, falls man die Anleitung nach ein paar Monaten nicht mehr findet.
- Scannen und Hinzufügen: Über das Plus-Zeichen in der Apple Home App wird das Gerät hinzugefügt. Ein kurzes Blinken der Lampe bestätigt, dass die Kommunikation steht.
- Konfiguration: Du weist der Lampe einen Raum zu und vergibst einen Namen.
Pro-Tipp: Wenn du mehrere Birnen gleichzeitig installierst, hilft dir das Bestätigungs-Blinken dabei, genau zu identifizieren, welche Birne du gerade im System benennst.
Das Multi-Admin-Feature: Ein Gerät, viele Welten
Einer der mächtigsten Vorteile von Matter ist die Fähigkeit, ein Gerät gleichzeitig in mehreren Systemen zu nutzen. Ich habe die KAJPLATS-Lampe zunächst in Apple Home eingerichtet. Dank Matter konnte ich sie danach problemlos auch in die IKEA Home Smart App (am DIRIGERA Hub) einbinden.
Das funktioniert über einen temporären Kopplungscode. Du kannst die Lampe also in Apple Home steuern, sie gleichzeitig in Google Assistant drin haben, über Samsung SmartThings ansprechen oder sie in dein komplexes Home Assistant Setup integrieren. Bis zu fünf verschiedene Systeme sind gleichzeitig möglich. Das macht dein Smart Home grenzübergreifend und zukunftssicher.
Funktionen im Check: Mehr als nur „An und Aus“
Beide Lampen bieten weit mehr als einfaches Licht. Besonders hervorzuheben ist das Adaptive Licht (Adaptive Lighting).
Was ist Adaptives Licht?
Wenn du diese Funktion aktivierst, begleitet dich die Lampe durch den Tag:
- Morgens: Das Licht beginnt in einem warmen, gelblichen Ton und wird langsam heller, um dich sanft zu wecken.
- Tagsüber: Die Farbtemperatur wechselt in ein kühleres Weiss, das die Konzentration fördert.
- Abends: Das Licht geht automatisch zurück in warme Farbtöne ohne Blauanteil. Das signalisiert dem Körper Ruhezeit und hilft beim Einschlafen.
Über die App (egal ob Apple Home oder IKEA) lässt sich zudem die Helligkeit stufenlos regeln. Von 1 % für gemütliche Abende bis zu 100 % für volle Ausleuchtung ist alles möglich. Interessant ist jedoch, dass die kleinere 470-Lumen-Birne im Test ein etwas breiteres Farbspektrum im Warmweiss-Bereich zeigte als das grosse Filament-Modell.
Routinen und Automationen
Ein Smart Home wird erst dann wirklich „smart“, wenn man nicht mehr manuell schalten muss. Die KAJPLATS-Lampen lassen sich nahtlos in Automationen einbinden. In meinem Lego-Bereich habe ich es beispielsweise so eingestellt, dass das Licht angeht, sobald ein Bewegungsmelder Aktivität registriert. Auch „Kommen und Gehen“-Szenarien lassen sich in wenigen Sekunden erstellen.
In der IKEA Home Smart App kannst du zudem das Einschaltverhalten festlegen: Soll die Lampe nach einem Stromausfall oder dem Betätigen des Wandschalters in der letzten Einstellung leuchten oder immer mit einem Standard-Lichtwert starten? Diese kleinen Details machen im Alltag den Unterschied.
Fazit: Muss sich Philips Hue warm anziehen?
IKEA schlägt mit der KAJPLATS-Serie einen Weg ein, der für die Konkurrenz gefährlich werden könnte. Die Lampen kosten je nach Modell zwischen 10 € und 15 € – ein Bruchteil dessen, was man oft für andere Marken-Leuchtmittel zahlt.
Die Vorteile auf einen Blick:
- Preis-Leistungs-Verhältnis: Unschlagbar günstig für echte Matter-Hardware.
- Einfachheit: Schnelle Einrichtung via QR-Code.
- Flexibilität: Dank Matter in nahezu jedem System nutzbar.
- Design: Die Filament-Optik ist sehr wertig und dekorativ.
Natürlich hat Philips Hue mit seinem riesigen Ökosystem und speziellen Effekten noch die Nase vorn, aber für die Standard-Beleuchtung im ganzen Haus sind die IKEA KAJPLATS Modelle aktuell eine der besten Empfehlungen auf dem Markt. Wer auf Matter setzt, macht hier definitiv nichts falsch.