IKEA KLIPPBOK im Test: Warum dieser günstige Matter-Wassersensor in jedes Smart Home gehört

Wasserschäden sind der Albtraum eines jeden Hausbesitzers oder Mieters. Ein geplatzter Schlauch an der Waschmaschine, eine schleichende Undichtigkeit unter der Spüle oder ein offenes Fenster bei Schlagregen, oft bemerkt man das Malheur erst, wenn der Boden quillt oder das Wasser bereits durch die Decke in das Stockwerk darunter tropft.

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Wer meinen Kanal verfolgt, weiss, dass ich ein grosser Fan von einfachen, effektiven Lösungen bin. Heute schauen wir uns ein Gadget an, das für wenige Euro massive Schäden verhindern kann: den neuen IKEA KLIPPBOK. Er ist der Nachfolger des altbekannten Zigbee-Wassersensors und bringt eine entscheidende Neuerung mit: Matter-Unterstützung.

In diesem Beitrag erfährst du alles über das Unboxing, die Einrichtung in verschiedenen Systemen wie Apple Home und Google Home und warum der KLIPPBOK im Vergleich zum Vorgänger ein echtes Upgrade ist.


Der erste Eindruck: Design und Verpackung

IKEA bleibt seiner neuen Linie treu. Die Verpackung des KLIPPBOK ist schlicht, weiss und mit dem markanten gelben Streifen versehen, der sich durch das gesamte neue Smart-Home-Sortiment zieht. Das Design des Sensors selbst ist minimalistisch: ein kleiner weisser Quader, der unauffällig in Ecken oder unter Geräten verschwinden kann.

Was ist in der Box?

Neben dem Sensor findest du die üblichen Sicherheitshinweise und die Bedienungsanleitung. Ein wichtiger Punkt vorab: Batterien sind nicht enthalten. IKEA setzt hier auf Nachhaltigkeit und empfiehlt die hauseigenen LADDA-Akkus. Du benötigst zwei AAA-Zellen.

Spannendes Detail am Rande: Beim Blick auf die Verpackung fällt auf, dass der KLIPPBOK in Vietnam gefertigt wird. Das ist ein interessanter Trend bei IKEA. Während die Lampen oft noch aus China kommen, wandert die Produktion von Sensoren und Fernbedienungen zunehmend nach Vietnam oder Thailand ab. Für uns Endverbraucher bedeutet das meist eine gleichbleibend hohe Qualität bei einer diversifizierteren Lieferkette.


Die Technik: Matter over Thread – Ein Gamechanger?

Die grösste Neuerung des KLIPPBOK ist das Protokoll. Während der Vorgänger noch auf reinem Zigbee funkte und zwingend ein Gateway (wie das alte Trådfri oder den neuen Dirigera Hub) benötigte, um mit der Außenwelt zu kommunizieren, nutzt der KLIPPBOK Matter.

Was bedeutet das für dich?

Matter ist der neue Industriestandard, der dafür sorgt, dass Geräte unterschiedlicher Hersteller nahtlos miteinander sprechen. Der KLIPPBOK nutzt dabei Thread als Funkprotokoll. Das hat drei grosse Vorteile:

  1. Geschwindigkeit: Signale werden nahezu verzögerungsfrei übertragen. Bei einem Wassersensor zählt jede Sekunde.
  2. Reichweite & Stabilität: Thread-Geräte bauen ein Mesh-Netzwerk auf. Je mehr Geräte du hast, desto stabiler wird die Verbindung.
  3. Plattformunabhängigkeit: Du kannst den Sensor direkt in Apple Home, Google Home, Samsung SmartThings oder Home Assistant einbinden, sofern du einen entsprechenden Matter-Controller (z.B. einen HomePod Mini, ein Apple TV 4K oder ein Google Nest Hub) besitzt.

Der direkte Vergleich: Alt gegen Neu

Ich habe das alte Zigbee-Modell von IKEA bereits seit über zweieinhalb Jahren im Büro im Einsatz. Zeit für einen Vergleich!

Optik und Haptik

Der neue KLIPPBOK ist in etwa gleich groß wie sein Vorgänger, wirkt aber durch das kantigere Design etwas moderner. Ein signifikanter Unterschied ist die integrierte LED auf der Oberseite. Diese gibt dir sofort visuelles Feedback, ob der Sensor im Kopplungsmodus ist oder einen Alarm ausgelöst hat.

Die Sensoren auf der Unterseite

Hier wird es technisch interessant. Die «Füsse» – also die Abstandshalter zum Boden – sind bei beiden Modellen fast gleich hoch. Aber die Kontaktstellen, die das Wasser detektieren sollen, unterscheiden sich deutlich.

  • Altes Modell: Riesige Kontaktflächen, die fast bündig mit den Füssen abschliessen.
  • KLIPPBOK: Deutlich kompaktere Sensoren, die ein klein wenig tiefer liegen.

Was bedeutet das in der Praxis? Das werden wir gleich im Wassertest sehen. Spoiler: Es braucht eine gewisse Menge an Wasser, um einen «Schluss» zwischen den beiden Kontakten herzustellen. Ein einzelner kleiner Tropfen reicht oft nicht aus und das ist gut so, um Fehlalarme durch Luftfeuchtigkeit zu vermeiden.


Installation und Einrichtung

Die Einrichtung ist dank Matter so einfach wie nie zuvor. Ich habe den Test mit Apple Home gemacht, aber auch mit einem Google Pixel Smartphone.

Schritt-für-Schritt in Apple Home:

  1. Öffne das Batteriefach auf der Rückseite (einfach den Deckel hochhebeln).
  2. Lege zwei AAA-Akkus ein. Der Sensor bestätigt die Betriebsbereitschaft mit einem weissen Blinken der LED.
  3. Gehe in die Apple Home App auf das + und wähle Gerät hinzufügen.
  4. Scanne den QR-Code. Dieser befindet sich sowohl in der Anleitung als auch direkt auf der Seite des Geräts (was ich sehr löblich finde, falls man das Handbuch verliert).
  5. Wähle den Raum aus (in meinem Fall das Büro) und vergib einen Namen.

Pro-Tipp: Wenn du den Sensor in mehreren Systemen gleichzeitig nutzen willst (z.B. Apple Home für die Benachrichtigungen und Home Assistant für die Langzeitüberwachung), kannst du in den Einstellungen der Home App einen «Kopplungsmodus» aktivieren. Du erhältst dann einen temporären Matter-Code, mit dem du das Gerät in ein zweites System einbinden kannst. Das ist die wahre Magie von Matter: Parallelbetrieb ohne Kopfschmerzen (der sogenannte Multi-Admin-Betrieb).


Der Härtetest: Wasser marsch!

Ein Wassersensor bringt nichts, wenn er im Ernstfall stumm bleibt. Also ab auf den Tisch zum Praxistest.

Die Sensitivität

Ich habe einen Wassertropfen auf den Tisch gegeben und den Sensor darauf platziert. Interessantes Ergebnis: Berührt das Wasser nur einen der beiden Kontakte, passiert gar nichts. Erst wenn das Wasser eine Brücke zwischen den beiden Sensoren schlägt, wird der Stromkreis geschlossen und der Alarm ausgelöst. Das bedeutet, man braucht eine Pfütze von etwa 1-2 Millimetern Tiefe, damit der Sensor zuverlässig reagiert.

Die Lautstärke

Hier hat IKEA massiv nachgebessert. Der alte Sensor war zwar hörbar, aber wenn man zwei Räume weiter war, konnte man ihn leicht überhören. Der KLIPPBOK ist deutlich lauter. Der Alarmton ist schrill und durchdringend – genau das, was man will, wenn im Keller das Wasser steigt. Zusätzlich blinkt die LED rot.

Die Benachrichtigung am Smartphone

Dank Matter kam die Push-Benachrichtigung auf mein iPhone und das iPad nahezu zeitgleich mit dem ersten Piepsen an. In der Nachricht steht direkt «Wasser entdeckt im Büro». Das ist genau die Zuverlässigkeit, die man von Sicherheitshardware erwartet.


Einsatzszenarien: Wo platziert man den KLIPPBOK?

Nur weil er Wassersensor heißt, muss er nicht nur neben der Waschmaschine stehen. Hier sind ein paar Ideen aus meiner Erfahrung:

  1. Unter der Spüle: Oft gibt es kleine Undichtigkeiten am Siphon, die man erst bemerkt, wenn der Küchenschrank aufgequollen ist.
  2. An der Balkon-/Terrassentür: Ich habe eine Glastür, die bei schrägem Schlagregen manchmal etwas Wasser durchlässt. Der KLIPPBOK meldet mir sofort, wenn ich das Wischen anfangen muss.
  3. Neben der Geschirrspülmaschine: Ein Klassiker für Wasserschäden.
  4. Im Heizungskeller: Falls das Überdruckventil mal zickt.

Integration in Home Assistant

Für die Power-User unter euch: Ich binde meine Sensoren zusätzlich gerne in Home Assistant ein. Warum? Weil ich dort ein Dashboard habe, das mir den Batteriestatus aller Geräte im Haus anzeigt.

Zwar hält die Batterie beim alten Modell bei mir schon seit zweieinhalb Jahren (was absolut beeindruckend ist!), aber man möchte nicht, dass der Sensor genau dann leer ist, wenn es zum Schaden kommt. In Home Assistant lässt sich zudem eine Automation bauen, die mich warnt, wenn die Batterie unter 20% fällt. Der KLIPPBOK übermittelt den Batteriestand zuverlässig via Matter.


Fazit: Lohnt sich der Kauf?

Der IKEA KLIPPBOK ist ein Paradebeispiel für ein gelungenes Produkt-Update. Er kostet nicht viel (CHF 7.95), je nach lokaler Aktion), ist dank Matter zukunftssicher und im Vergleich zum Vorgänger lauter und einfacher einzubinden.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Matter over Thread: Schnell, stabil und herstellerübergreifend.
  • Lautstarker Alarm: Man hört ihn im ganzen Haus.
  • Lange Batterielaufzeit: Basierend auf den Erfahrungen mit dem Vorgänger.
  • Kompaktes Design: Passt in jede Ecke.

Mein Rat: Kauf dir nicht nur einen, sondern gleich drei oder vier. Bestücke die kritischen Stellen in deiner Wohnung oder deinem Haus. Es ist eine minimale Investition, die dir im Ernstfall extrem viel Ärger, Geld und Nerven erspart.

Wenn du mehr über die neuen IKEA Matter-Gadgets wissen willst, schau dir auch meine Beiträge zum Luftqualitätssensor oder zum neuen Tür- und Fenstersensor an. Das IKEA-Ökosystem wird gerade richtig erwachsen und spannend!

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