IKEA MYGGSPRAY im Test: Der Matter-over-Thread Bewegungsmelder für dein Smart Home

IKEA hat in letzter Zeit ordentlich Gas gegeben, was das Thema Smart Home angeht. Nach neuen Fernbedienungen und smarten Leuchtmitteln schliesst sich nun eine wichtige Lücke im Sortiment: Der IKEA MYGGSPRAY. Als offizieller Nachfolger des VALLHORN Bewegungsmelders bringt er eine entscheidende Neuerung mit, auf die viele von uns gewartet haben: Matter over Thread.

In diesem Beitrag schauen wir uns gemeinsam an, was der neue Sensor kann, wie einfach die Einrichtung via Apple Home und der IKEA Home Smart App funktioniert und warum dieser kleine Sensor ein echter Gamechanger für dein Setup sein könnte.

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Design und Unboxing: Schlicht, rund und funktional

Das Design des MYGGSPRAY hat sich im Vergleich zum kantigen Vorgänger deutlich verändert. IKEA setzt nun auf eine runde Formsprache. Das Gerät ist kompakt und in schlichtem Weiss gehalten.

Die Highlights der Hardware:

  • Status-LED: An der Oberseite befindet sich eine kleine LED, die den Kopplungsstatus oder Aktivitäten anzeigt.
  • Montage-Konzept: Auf der Rückseite zeigt sich IKEA gewohnt praktisch. Die Halterung ermöglicht es, den Sensor in verschiedenen Winkeln anzubringen, egal ob er nach unten, oben oder schräg in den Raum schauen soll. Die Montage erfolgt entweder über eine (nicht beigelegte) Schraube oder ganz einfach mit 3M-Klebestreifen.
  • Batteriebetrieb: Der Sensor wird mit zwei AAA-Batterien (oder Akkus) betrieben. Hier empfehle ich, wie im Video erwähnt, die IKEA LADDA Akkus, sie sind günstig, langlebig und passen perfekt ins Ökosystem.

Ein spannendes Detail am Rande: Das Gerät wird in Vietnam gefertigt und setzt auf hochwertige Klebekomponenten von 3M. Im Inneren befindet sich neben dem Batteriefach auch ein physischer Reset-Knopf, falls man das Gerät komplett neu aufsetzen möchte.

Matter over Thread: Was bedeutet das für dich?

Bisher waren IKEA-Sensoren primär an den hauseigenen Hub (TRÅDFRI oder DIRIGERA) gebunden. Mit dem MYGGSPRAY ändert sich das Spiel. Dank Matter over Thread ist der Sensor plattformübergreifend kompatibel.

Das bedeutet: Du kannst ihn direkt in Apple Home, Google Home, Samsung SmartThings oder Home Assistant einbinden, sofern du einen entsprechenden Matter-Controller (wie einen HomePod mini oder einen Echo Hub) besitzt. Thread sorgt dabei für eine besonders schnelle und energiesparende Kommunikation innerhalb deines Netzwerks (Mesh-Netzwerk).


Die Einrichtung: Schritt für Schritt in Apple Home

In meinem Test habe ich den MYGGSPRAY zuerst mit Apple Home verknüpft. Der Prozess ist mittlerweile dank Matter fast schon erschreckend simpel:

  1. Batterien einlegen: Sobald die AAA-Akkus drin sind, fängt die LED an zu blinken, der Sensor ist im Kopplungsmodus.
  2. QR-Code scannen: Den Matter-Code findest du sowohl in der Bedienungsanleitung als auch direkt auf dem Gerät (sehr löblich, falls man die Anleitung verliert!).
  3. Hinzufügen: In der Home App auf das „+“ drücken, Gerät hinzufügen, Code scannen, fertig.

Überraschung: Mehr als nur ein Bewegungsmelder

Interessanterweise erkennt Apple Home den MYGGSPRAY nicht nur als einfachen Bewegungsmelder. Er meldet sich mit zwei Funktionen an:

  • Anwesenheitssensor: Er erkennt nicht nur kurze Impulse (Bewegung), sondern registriert (je nach System), ob sich noch jemand im Raum aufhält.
  • Lichtsensor (Lux-Meter): Das ist ein echtes Highlight für diesen Preis! Der Sensor misst die aktuelle Helligkeit im Raum. In meinem Test sank der Wert unter dem Tisch auf bis zu 0,001 Lux. Das ist perfekt, um Automationen zu erstellen, die Licht nur dann einschalten, wenn es wirklich zu dunkel ist.

Multi-Admin: IKEA App und Apple Home gleichzeitig

Ein riesiger Vorteil von Matter ist die Multi-Admin-Funktion. Ich habe im Video gezeigt, wie man den Sensor, der bereits in Apple Home integriert ist, zusätzlich in die IKEA Home Smart App holt.

Dafür generiert man in der Home App einfach einen neuen Kopplungscode, kopiert diesen und gibt ihn manuell in der IKEA App ein. Das Ergebnis: Du kannst den Sensor in der IKEA-Welt für direkte Kopplungen mit Lampen nutzen, während er in Apple Home gleichzeitig komplexe Automationen steuert.

Hinweis aus der Praxis: In der IKEA App wird das Gerät oft nur als „Bewegungsmelder“ geführt, während Apple Home die detaillierteren Daten des Anwesenheitssensors anzeigt. Hier könnte IKEA mit künftigen Firmware-Updates noch nachbessern.


Praxistest: Automationen und Reaktionszeit

Ich habe den Sensor in meinem „Lego-Bereich“ (Eingangsbereich) und später im Büro getestet. Die Reaktionszeit ist dank Thread extrem kurz. Sobald man den Raum betritt, wird die Anwesenheit erkannt.

Beispiel-Automation:

Du kannst festlegen: „Wenn Bewegung erkannt wird UND die Helligkeit unter 50 Lux liegt, dann schalte die Stehlampe ein.“ Im Video habe ich eine IKEA-Lampe direkt im System verknüpft. Sobald ich den Bereich betrete, geht das Licht an. Wichtig ist hier, in der App noch eine Routine einzustellen, nach wie vielen Minuten das Licht wieder ausgehen soll, damit man nicht im Dunkeln steht, wenn man sich mal kurz nicht bewegt.


Fazit: Lohnt sich der IKEA MYGGSPRAY?

Für alle, die ihr Smart Home auf das nächste Level heben wollen, ist der MYGGSPRAY eine absolute Kaufempfehlung. IKEA bleibt seiner Linie treu: Günstige Hardware, die einfach funktioniert.

Pro:

  • Matter over Thread: Zukunftssicher und extrem schnell.
  • Zusatz-Sensoren: Inkludierter Lichtsensor (Lux) bietet echten Mehrwert.
  • Flexibilität: Dank Multi-Admin in mehreren Systemen gleichzeitig nutzbar.
  • Preis: Typisch IKEA, unschlagbar im Vergleich zu vielen anderen Thread-Sensoren.

Contra:

  • Keine Schrauben im Lieferumfang (typisch für Kleingeräte bei IKEA).
  • Die Unterscheidung zwischen „Bewegung“ und „Anwesenheit“ variiert noch je nach genutzter App.

Wenn du also nach einer preiswerten Möglichkeit suchst, dein Licht intelligent zu steuern oder die Helligkeit in deinen Räumen zu überwachen, führt kaum ein Weg am MYGGSPRAY vorbei.

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