Wer kennt es nicht? Die Suche nach dem perfekten Stativ. Es soll leicht sein für unterwegs, stabil genug für wackelfreie Aufnahmen und so flexibel, dass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Jahrelang habe ich mich mit Kompromissen herumgeschlagen: klapprige Beistell-Stative aus Kamera-Bundles, zu schwere Profi-Tripods oder Handgriffe, die eben nur das waren – ein Griff. Doch dann kam der PGYTECH Mantispod Z in mein Studio und hat meine Erwartungen auf den Kopf gestellt.
Ich bin Martin Rechsteiner, und in diesem Beitrag nehme ich dich mit auf eine detaillierte Reise durch meine Erfahrungen mit diesem kleinen Verwandlungskünstler. Wir packen ihn nicht nur aus, sondern schauen uns jede Funktion, jedes Material und jedes noch so kleine Detail genau an. Ist dies wirklich das ultimative Werkzeug für alle, die mit einer Action Cam, einem Smartphone oder einer leichten Systemkamera unterwegs sind? Finde es heraus.
Der ewige Kompromiss – Warum ein gutes Stativ so schwer zu finden ist
Bevor wir zum Mantispod Z kommen, lass uns kurz über das Problem sprechen. In meiner Kameratasche hat sich über die Jahre so einiges angesammelt. Da war zum Beispiel der Standard-Tripod, der im GoPro-Bundle dabei war. Auf dem Papier eine gute Idee: Tripod und Handgriff in einem. In der Praxis war die Funktionalität jedoch stark eingeschränkt, die Fernbedienung funktionierte nur sporadisch und das ganze Konstrukt fühlte sich nie wirklich wertig an. Es landete, wie so viele andere Gadgets, meistens in der Schublade.
Gleichzeitig schielte ich immer wieder auf den grossen, ursprünglichen PGYTECH Mantispod Pro. Dieses Stativ aus Metall sah fantastisch aus und versprach mit seinem namensgebenden „Mantis-Modus“ eine nie dagewesene Flexibilität. Doch er war für meine Zwecke überdimensioniert. Ich filme hauptsächlich mit meiner Insta360 ACE Pro, einer GoPro oder leichten Kameras wie meiner Samsung NX500. Einen schweren Metall-Tripod für eine 150-Gramm-Kamera mitzuschleppen, fühlte sich falsch an.
Ich brauchte also etwas, das die Genialität des Mantis-Konzepts in ein leichteres, kompakteres Paket überträgt. Und genau hier kommt die neue „Z“-Generation ins Spiel.
Ausgepackt: Der erste Eindruck des PGYTECH Mantispod Z
Schon die Verpackung macht einen edlen Eindruck, was man bei Produkten aus Fernost nicht immer erwarten kann. Sie ist stabil, durchdacht und verspricht ein hochwertiges Inneres. Nachdem ich das Siegel mit meinem Messer durchtrennt hatte, wurde ich positiv überrascht. Im Lieferumfang befindet sich alles, was man für den Start braucht:
- Der Mantispod Z selbst: Das Herzstück, gefertigt aus einem robusten, griffigen Kunststoff.
- Zwei Adapterplatten: Eine mit der klassischen 1/4-Zoll-Schraube für Kameras und eine mit der typischen Halterung für Action Cams. Ein riesiger Pluspunkt, da ich mir den Kauf eines zusätzlichen Adapters spare.
- Eine Handschlaufe: Ein kleines, aber feines Detail für zusätzliche Sicherheit.
- Ein kleines Werkzeug: Um bei Bedarf die Gelenkschrauben nachzuziehen.
Der Mantispod Z fühlt sich sofort gut in der Hand an. Er ist spürbar leichter als die Pro-Version, wirkt aber keineswegs billig. Der Kunststoff hat eine leicht texturierte Oberfläche, die für einen sicheren Halt sorgt. Die Gelenke haben einen angenehmen Widerstand – nichts wackelt oder fühlt sich lose an. Mein erster Eindruck: Hier hat jemand mitgedacht.
Das Herzstück: Das neue Caplock-Schnellwechselsystem
Kommen wir zu einem der wichtigsten Features: dem Caplock System. In der Welt der Kamerahalterungen tobt ein kleiner Krieg der Systeme. Ich habe erst vor Kurzem mein Equipment auf das Quick Look System von Ulanzi umgestellt. Und nun kommt PGYTECH mit Caplock um die Ecke. Um es klar zu sagen: Die beiden Systeme sind nicht miteinander kompatibel. Das ist unpraktisch, aber ein Fakt, mit dem man leben muss. Man entscheidet sich für ein Ökosystem.
Doch wie gut ist Caplock? Ich muss sagen, es ist verdammt gut. Die Adapterplatte wird einfach in die Halterung geschoben. Ein Klickgeräusch bestätigt die Position. Um sie zu sichern, legt man einen kleinen roten Riegel um. Jetzt sitzt die Platte bombenfest. Zum Lösen entriegelt man den Riegel, drückt einen Knopf an der Seite, und schon wird die Platte durch einen Federmechanismus leicht angehoben und lässt sich mühelos herausschieben. Das funktioniert einhändig (mit etwas Übung) und ist blitzschnell.
Der Clou zeigte sich, als ich meine Action Cam montiert hatte – natürlich verkehrt herum, wie es mir oft passiert. Statt die Kamera mühsam von der Platte zu schrauben, konnte ich einfach per Caplock die gesamte Platte entnehmen, um 180 Grad drehen und wieder einrasten lassen. Problem gelöst in drei Sekunden. Das ist ein echter Vorteil im Feld.
Die Magie des Mantis-Modus: Hängen, klemmen, staunen
Jetzt zu dem Feature, das dem Stativ seinen Namen gibt und es von 99 % aller anderen Tripods auf dem Markt abhebt: der Mantis-Modus. Eines der drei Beine des Stativs ist speziell geformt und endet in einem scharfen, aber stabilen Haken.
Dieser Haken ist pures Gold für kreative Filmende. Er erlaubt es dir, den Mantispod Z an Orten zu befestigen, an die du mit einem normalen Stativ nie hinkommen würdest:
- An einem Zaun: Perfekt, um eine Zeitrafferaufnahme zu machen, ohne das Stativ auf den schmutzigen Boden stellen zu müssen.
- An einem dünnen Ast: Ideal für Naturaufnahmen aus einer ungewöhnlichen Perspektive.
- An der Kante eines Regals oder einer Tür: So kannst du eine Top-Down-Aufnahme von deinem Schreibtisch machen.
- Am Bildschirm deines Laptops: Verwandelt deine Action Cam in eine hochwertige Webcam mit einer perfekten Draufsicht.
Der Trick dabei ist, dass die beiden anderen Beine des Stativs als Stütze gegen die Oberfläche (z.B. die Wand oder den Baumstamm) drücken. Das sorgt für eine erstaunlich stabile Dreipunkt-Fixierung. Diese eine Funktion vervielfacht die Einsatzmöglichkeiten des Stativs und lädt zum Experimentieren ein.
Die vier Gesichter des Mantispod Z: Ein Stativ, viele Funktionen
Neben dem revolutionären Mantis-Modus meistert der Mantispod Z auch die klassischen Disziplinen mit Bravour.
1. Der klassische Tripod-Modus
Zusammengeklappt ein Handgriff, ausgeklappt ein vollwertiges Dreibeinstativ. Die Beine spreizen sich weit genug für einen sicheren Stand. Der Kugelkopf aus Metall lässt sich präzise einstellen und arretieren. Hier kommt ein wichtiges Detail zum Vorschein: Während der Mantispod Z im Handgriff- oder Mantis-Modus offiziell für Kameras bis 500 Gramm ausgelegt ist, kann er im Tripod-Modus auf einer ebenen Fläche Geräte bis zu 1 Kilogramm tragen! Das bedeutet, dass selbst meine Sony Alpha 6800 (ca. 460g) mit einem leichten Objektiv problemlos und sicher darauf Platz findet. Für eine grössere Kamera wie eine Sony A7 mit einem schweren Objektiv ist er aber nicht gedacht.
2. Der verlängerte Handgriff (Vlogging-Modus)
Zusammengeklappt liegt der Mantispod Z ergonomisch in der Hand. Er dient als perfekter Selfie-Stick oder Vlogging-Griff. Durch die weiten Winkel moderner Action Cams ist die Länge ideal, um sich selbst und genug von der Umgebung im Bild zu haben. Eine zusätzliche Ausfahrmöglichkeit der Beine gibt noch mehr Reichweite, was für dynamische „Fly-by“-Aufnahmen sorgt, bei denen man die Kamera an Objekten vorbeiführt.
3. Der Low-Angle-Modus
Man kann das Stativ auch sehr flach auf den Boden legen, um Aufnahmen aus der Froschperspektive zu machen. Das ist ideal für dynamische Action-Szenen oder um Produkte und Objekte eindrucksvoll in Szene zu setzen.
Verarbeitung und Materialien: Kunststoff mit Köpfchen
Wie bereits erwähnt, besteht der Korpus des Mantispod Z hauptsächlich aus hochwertigem Kunststoff. Das ist kein Nachteil, sondern eine bewusste Design-Entscheidung, um das Gewicht niedrig zu halten. An den entscheidenden Stellen hat PGYTECH jedoch nicht gespart.
- Der Kugelkopf: Er ist vollständig aus Metall gefertigt, was für Langlebigkeit und eine präzise, feste Arretierung sorgt.
- Die Schrauben und Gewinde: Sowohl die 1/4-Zoll-Schraube als auch die Gewinde im Inneren sind aus Metall. Hier wird nichts nach wenigen Benutzungen ausleiern.
- Die Gelenkbolzen: Die Achsen der Klappgelenke scheinen ebenfalls aus Metall zu sein, ummantelt von Kunststoff.
Dieser intelligente Materialmix macht den Mantispod Z zu einem leichten Begleiter, dem man trotzdem sein teures Equipment anvertrauen möchte.
Fazit: Für wen ist der PGYTECH Mantispod Z das perfekte Stativ?
Nach intensiver Nutzung kann ich ein klares Urteil fällen. Der PGYTECH Mantispod Z ist nicht für jeden, aber für eine bestimmte Zielgruppe ist er nahe an der Perfektion.
Der Mantispod Z ist ideal für dich, wenn:
- Du hauptsächlich mit einer Action Cam (GoPro, Insta360, DJI) filmst.
- Du ein Smartphone für deine Videoaufnahmen nutzt.
- Du eine leichte, kompakte Systemkamera oder Bridge-Kamera unter 500 Gramm besitzt.
- Du ein Vlogger bist und einen leichten, flexiblen Griff brauchst.
- Du ein Reisender bist und jedes Gramm im Gepäck zählt.
- Du kreative Winkel liebst und dich nicht mit normalen Stativen einschränken lassen willst.
Du solltest dich nach einer Alternative umsehen, wenn:
- Du eine schwere DSLR oder eine spiegellose Vollformatkamera mit schweren Objektiven (über 1 kg) nutzt. Hierfür ist der Mantispod Pro die richtige Wahl.
- Du bereits vollständig in ein konkurrierendes Schnellwechselsystem wie das von Ulanzi investiert hast und nicht zweigleisig fahren möchtest.
Für mich persönlich ist der PGYTECH Mantispod Z ein Volltreffer. Er löst genau die Probleme, die ich mit meinen bisherigen Stativen hatte. Er ist leicht, unglaublich vielseitig und regt durch den Mantis-Modus meine Kreativität an. Er hat sich sofort einen festen Platz in meiner Kameratasche erobert und wird mich auf vielen zukünftigen Abenteuern begleiten.
Ein letzter Hinweis: In Kürze werde ich hier auf dem Kanal auch ein weiteres, spannendes Stativ vorstellen und die beiden Modelle in einem direkten Vergleichsvideo gegeneinander antreten lassen. Bleib also dran!
Hast du Fragen zum Mantispod Z oder eigene Erfahrungen gemacht? Lass es mich in den Kommentaren wissen!